Kein Land der Welt produziert so viel Olivenöl wie Spanien. Auf rund 2,75 Millionen Hektar wachsen Olivenbäume, mehr als 350'000 Landwirtinnen und Landwirte leben vom Olivenanbau. In normalen Jahren stammt knapp die Hälfte des weltweiten Olivenöls aus Spanien.

Spanien in Zahlen

Produktion 2024/251'419'000 Tonnen (IOC, vorläufig)
Anteil an der Weltproduktionrund 40 %
Olivenflächerund 2,75 Millionen Hektar
Geschützte Olivenöle (EU-Register)35 (32 DOP, 3 IGP)
Wichtigste SortenPicual, Hojiblanca, Cornicabra, Arbequina, Empeltre, Manzanilla Cacereña
Export natives Olivenöl 2023466'223 Tonnen im Wert von 3,15 Mrd. USD

Die wichtigsten Anbaugebiete

  • Andalusien: rund 80 Prozent der Produktion auf 1,67 Millionen Hektar. Die Provinz Jaén allein liefert etwa 37 Prozent des spanischen Olivenöls; dahinter folgen Córdoba, Granada, Sevilla und Málaga. Hier dominiert die kräftige Sorte Picual.
  • Kastilien-La Mancha: rund 8 Prozent, bekannt für die Sorte Cornicabra, etwa in den Montes de Toledo und im Campo de Calatrava.
  • Extremadura: rund 4 Prozent, mit Manzanilla Cacereña und Morisca.
  • Katalonien, Aragón, Navarra und die Balearen: kleinere Mengen mit ausgeprägtem Profil, etwa Arbequina aus Les Garrigues oder Arróniz aus Navarra und dem Baskenland.

Ursprungsbezeichnungen: 35 geschützte Olivenöle

Spanien hat nach Italien und vor Griechenland die zweitmeisten geschützten Olivenöle der EU. Im EU-Register eAmbrosia sind eingetragen:

  • 32 geschützte Ursprungsbezeichnungen (DOP): Antequera, Baena, Estepa, Gata-Hurdes, Les Garrigues, Montes de Granada, Montes de Toledo, Montoro-Adamuz, Poniente de Granada, Priego de Córdoba, Sierra de Cádiz, Sierra de Cazorla, Sierra de Segura, Sierra Mágina, Siurana, Aceite Campo de Calatrava, Aceite Campo de Montiel, Aceite de La Alcarria, Aceite de la Rioja, Aceite de Lucena, Aceite de Madrid, Aceite de Mallorca, Aceite de Navarra, Aceite de Terra Alta, Aceite de las Sierras Espadán y Calderona, Aceite del Baix Ebre-Montsià, Aceite del Bajo Aragón, Aceite del Somontano, Aceite Monterrubio, Aceite Sierra del Moncayo, Aceite Villuercas Ibores Jara, Oli de l'Empordà.
  • 3 geschützte geografische Angaben (IGP): Aceite de Jaén, Aceite de Ibiza, Aceite de Menorca.

Bekannte Beispiele sind Sierra de Segura und Sierra Mágina in Jaén, Baena und Priego de Córdoba, Estepa bei Sevilla sowie Les Garrigues in Katalonien, 1975 laut Regulierungsrat die erste anerkannte Ursprungsbezeichnung für Olivenöl in Spanien.

Wettbewerbe und Auszeichnungen

  • Premio Alimentos de España Mejores Aceites de Oliva Virgen Extra: Der staatliche Preis des spanischen Landwirtschaftsministeriums prämiert jedes Jahr die besten nativen Olivenöle extra. In der Ausgabe 2024/25 traten 53 Öle an; den Spezialpreis gewann Venchipa aus Ventas de Huelma (Granada) mit einem sehr intensiven, grün-fruchtigen Öl.
  • Mario Solinas Quality Award: Der internationale Qualitätswettbewerb des Internationalen Olivenrats, der seinen Sitz in Madrid hat.
  • Regionale Wettbewerbe: Viele Ursprungsbezeichnungen und Provinzen küren ihre besten Öle der Saison selbst.

Wohin Spanien sein Olivenöl exportiert

Spanien ist der grösste Exporteur der Welt. Laut UN-Handelsstatistik (Weltbank WITS, Zolltarif 150910 natives Olivenöl) exportierte Spanien 2023 native Olivenöle im Wert von 3,15 Milliarden US-Dollar:

ZiellandWert (Mio. USD)Menge (Tonnen)Anteil am Exportwert
Italien786,8111'92925 %
USA459,163'74515 %
Frankreich383,264'25912 %
Portugal275,544'7779 %
Grossbritannien147,922'3525 %
Deutschland109,718'0833 %

Auffällig ist Italien als wichtigster Abnehmer: Ein grosser Teil geht als Fassware nach Italien und wird dort abgefüllt oder mit anderen Ölen gemischt. In die Schweiz lieferte Spanien 2020 rund 30 Prozent des importierten Olivenöls, zum durchschnittlich tiefsten Importpreis der grossen Lieferländer.

Drei spanische Rezepte mit Olivenöl

Salmorejo (Córdoba)

Für 4 Personen: 1 kg reife Tomaten, 200 g Weissbrot vom Vortag, 1 Knoblauchzehe, 100 ml natives Olivenöl extra, Salz, 2 hart gekochte Eier, Rohschinken zum Garnieren.

  1. Tomaten grob schneiden und fein pürieren, durch ein Sieb streichen.
  2. Brot zerzupfen, 10 Minuten im Tomatenpüree einweichen, mit Knoblauch und Salz fein mixen.
  3. Olivenöl in dünnem Strahl untermixen, bis die Creme dick und glänzend ist. Kalt stellen.
  4. Mit gehacktem Ei, Schinkenstreifen und einem Faden Olivenöl servieren.

Ajoblanco (Málaga)

Für 4 Personen: 150 g geschälte Mandeln, 100 g Weissbrot ohne Rinde, 1 Knoblauchzehe, 100 ml mildes natives Olivenöl extra, 2 EL Sherryessig, 600 ml kaltes Wasser, Salz, weisse Trauben.

  1. Brot in Wasser einweichen und ausdrücken.
  2. Mandeln, Brot, Knoblauch und Salz mit etwas Wasser fein mixen.
  3. Olivenöl langsam einlaufen lassen, dann Essig und restliches Wasser dazugeben.
  4. Gut kühlen und mit halbierten Trauben servieren.

Pisto manchego (La Mancha)

Für 4 Personen: 4 EL natives Olivenöl extra, 1 Zwiebel, 1 rote und 1 grüne Peperoni, 2 Zucchetti, 500 g reife Tomaten, Salz, 1 Prise Zucker, 4 Eier (nach Belieben).

  1. Zwiebel und Peperoni würfeln und im Olivenöl 10 Minuten langsam dünsten.
  2. Zucchettiwürfel beigeben und weitere 10 Minuten garen.
  3. Geschälte, gewürfelte Tomaten, Salz und Zucker dazugeben und 20 Minuten einkochen.
  4. Nach Belieben mit Spiegeleiern servieren.

Mehr zu spanischem Öl: Warum spanisches Olivenöl zu den besten der Welt zählt und Eigenmarken aus Spanien und Frankreich im Test.

Häufige Fragen

Wie viel Olivenöl produziert Spanien?

In der Saison 2024/25 laut Internationalem Olivenrat 1,419 Millionen Tonnen, knapp 40 Prozent der Weltproduktion. Die Menge schwankt je nach Wetter stark.

Wo wird in Spanien am meisten Olivenöl produziert?

In Andalusien, das rund 80 Prozent liefert. Die Provinz Jaén allein steht für etwa 37 Prozent der spanischen Produktion.

Wie viele Ursprungsbezeichnungen für Olivenöl hat Spanien?

Im EU-Register sind 35 spanische Olivenöle geschützt: 32 Ursprungsbezeichnungen (DOP) und 3 geografische Angaben (IGP).

Wohin exportiert Spanien sein Olivenöl?

Vor allem nach Italien, in die USA, nach Frankreich, Portugal und Grossbritannien.

Quellen