Wer «Olivenöl Test» googelt, landet bei Stiftung Warentest oder Öko-Test. Beide prüfen das deutsche Regal; was bei Migros, Coop, Denner, Volg oder Manor steht, kommt dort nicht vor. Für die Schweiz gibt es eigene Tests, aber sie sind verstreut: Kassensturz und K-Tipp veröffentlichen gemeinsam, Saldo prüft im Labor, FRC und A Bon Entendeur testen für die Romandie, Patti Chiari für das Tessin, und die Kantonslabors kontrollieren im Hintergrund.

Diese Seite fasst alle uns bekannten Schweizer Olivenöl-Tests von 2010 bis 2026 zusammen, jede Angabe mit Quelle. Wo eine Rangliste hinter einer Bezahlschranke liegt, sagen wir das. Welche Flasche wir daraus pro Kette empfehlen, steht in Bestes Olivenöl in der Schweiz.

Die wichtigsten Resultate auf einen Blick

TestJahrAnzahl ÖleTestsieger / gutDurchgefallen / abgewertetQuelle
K-Tipp 09/2026 (Günstigste)20264Prix Garantie, Bellasan, Primadonna weiterhin «extra vergine»M-Budget (Migros) von Migros auf «vergine» umgestuftK-Tipp, 6.5.2026
Saldo 07/2026 (Labor)202616Bio-Öle von Aldi, Coop, Migros; Demeter-Öl aus PortugalSabo Mittelmeer, Monini, Bertolli, Filippo Berio am stärksten belastetSaldo, 15.4.2026
Stiftung Warentest (DE) via Beobachter202625Alnatura Bio (Migros, CHF 17.00/L) «gut»Enerbio (Denner) «mangelhaft»; Primadonna (Lidl) «ausreichend»Beobachter, 19.3.2026
Kassensturz + K-Tipp (Degustation)202513Manor Bio (CHF 21.50/L), Iliada (Coop, CHF 21.90/L) «sehr gut»; 8 «gut»Ybarra (Denner, CHF 7.95/L) «ungenügend»; Primadonna Bio (Lidl) nur «vergine»SRF, 2.9.2025
FRC (Degustation, Labor, Etikette)202510Rangliste kostenpflichtigPrix Garantie (Coop), Bellasan (Aldi) nur «vierge»FRC, 1.7.2025; italienische Fassung: ACSI, Bds 5/25
Kantonales Labor Zürich2023–2412/Jahr–je 3 von 12 sensorisch nicht «extra»Kanton ZH, 31.1.2025
Patti Chiari (RSI)20249alle 9 konform–Teatro Naturale, 24.2.2024
Kantonschemiker, 15 Kantone202296–11 % herabgestuft, 47 % KennzeichnungsmängelKanton ZH, 13.4.2022
Patti Chiari (RSI)202210Rincón de la Subbética (Coop), Monini (Migros), Sabo (Manor)Don Pablo (Migros, CHF 9.60/L), Qualité & Prix (Coop, CHF 7.40/L)RTS, 3.2.2022
Kassensturz + Saldo (Degustation)202016Oro Bailén (Manor, CHF 39.80/L) «sehr gut»; Primadonna (Lidl, CHF 9.40/L) «gut»Barbera Selezione Unica (Denner) ranzig; 6 «ungenügend»SRF, 26.5.2020
Kantonschemiker GE, LU, TG, ZH2018ca. 50–7 (14 %) beanstandet, ohne MarkenKanton GE, 19.6.2018
Patti Chiari (RSI)201612Sabo, Gran Delizia Toscano IGP, Monini Classico6 von 12, u. a. De Cecco Classico, Bertolli Originale, Carapelli ClassicoIl Fatto Alimentare, 13.12.2016
Kassensturz (Degustation)201616Monini (Migros, CHF 12.50/L), Naturaplan Bio (Coop, CHF 17.90/L) «sehr gut»9 von 16, u. a. M-Budget, Lidl, Aldi, Denner, Castelines, Ardonio (Globus)SRF, 3.5.2016
Saldo 08/2016 + Bon à Savoir (Labor)2016168 «gut», u. a. Migros Bio Griechenland, Primadonna (Lidl), M-Budget, Minos (Aldi)alle 16 mit RückständenSaldo, 27.4.2016
K-Tipp 17/2014 + Kassensturz201414Minos (Aldi, CHF 9.99/L), Monini Classico (Migros, CHF 12.70/L)De Cecco Pregiato (Manor), Bertolli (Denner), Pons (Coop), M-Budget nicht «extra vergine»K-Tipp, 15.10.2014
A Bon Entendeur (RTS)201012alle 10 AOP-Öle konform; Cartoceto DOP am bestenCarapelli, Puget «insuffisantes»RTS, 12.1.2010

Kassensturz: der grosse Degustationstest alle vier bis fünf Jahre

Kassensturz lässt seit 2004 Olivenöl degustieren, seit 2016 durch das Swiss Olive Oil Panel (SOP) der ZHAW in Wädenswil: blind, in blauen Gläsern, bei 28 Grad. Das Panel ist laut ZHAW nach ISO 17025 akkreditiert und vom International Olive Council anerkannt; dass es das einzige vom COI anerkannte Panel der Schweiz sei, schreibt SRF. Fehlnoten wie «ranzig», «stichig» oder «schlammig» führen zur Abwertung.

2025: Am 2. September 2025 veröffentlichten Kassensturz und K-Tipp (14/2025) den Test der 13 meistverkauften «Extra vergine»-Öle (CHF 7.95 bis 40 pro Liter, elf Panellisten). «Sehr gut» erhielten das Manor Bio (CHF 21.50/L, 7 von 10 Punkten) und das griechische Iliada von Coop (6.6 Punkte; CHF 21.90/L laut SRF, 20 Minuten nennt CHF 25.90). Acht Öle waren «gut», eines «genügend». Das Ybarra von Denner (CHF 7.95/L) wurde «ungenügend» bewertet: laut SRF zwar «extra vergine», aber «sauber und rein sei es aber nicht». Das Primadonna Bio von Lidl wurde wegen einer «stichig, schlammigen» Note nur als «vergine» eingestuft. Lidl liess laut SRF dieselbe Charge von einem deutschen Panel prüfen, das nichts beanstandete; der Ybarra-Importeur verwies auf Schwankungen zwischen Panels. Fazit der Fachleute: Die Qualität auf dem Schweizer Markt sei «sehr hoch». Die Einzelnoten der übrigen Öle stehen nur im kostenpflichtigen K-Tipp.

2020: Am 26. Mai 2020 testete Kassensturz mit Saldo 16 Öle. Testsieger war Oro Bailén von Manor (CHF 39.80/L, «sehr gut»), Preis-Leistungs-Sieger Primadonna von Lidl (CHF 9.40/L, «gut»). Ebenfalls «gut»: Bertolli, Monini, Naturaplan. «Genügend»: Migros Bio, Sabo, Don Pablo, Delikatessa (Globus). «Ungenügend»: Qualité & Prix (Coop), Volg, Nature Active, Minos (Aldi), Primadonna Bio (Lidl), Filippo Berio. Durchgefallen ist Barbera Selezione Unica von Denner; das Panel fand es ranzig. Denner bedauerte den Befund und kündigte mehr sensorische Prüfungen an. Eine Beschwerde gegen die Sendung wies die UBI 2021 ab.

2016: Der härteste Test: Neun von 16 Ölen bestanden die Sensorik nicht. «Sehr gut» waren Monini von Migros (CHF 12.50/L) und Naturaplan Bio von Coop (CHF 17.90/L). Fehlerhaft waren neben M-Budget und Ölen von Lidl, Aldi und Denner auch zwei teure Flaschen: Castelines von Mövenpick (CHF 73.80/L) und Ardonio von Globus (CHF 39.80/L). Denner nahm die Chargen vor der Sendung aus dem Regal.

Nur «vergine»M-Budget Olivenöl vergine, 1 l
Migros

M-Budget Olivenöl vergine, 1 l

Herkunft auf der Packung

CHF 7.951 L · CHF 7.95 pro Liter

Preis prüfen

2014: K-Tipp und Kassensturz liessen 14 Öle prüfen; vier waren nicht «extra vergine»: De Cecco Pregiato (Manor, CHF 14.90/L), Bertolli (Denner, CHF 12.45/L), Pons Selección Familiar (Coop, CHF 11.95/L), M-Budget (Migros, CHF 4.90/L). Vorne lagen Minos (Aldi, CHF 9.99/L) und Monini Classico (Migros, CHF 12.70/L).

Warum sich Tests widersprechen, zeigte Kassensturz 2017: Stiftung Warentest liess 10 von 24 Ölen sensorisch durchfallen, das BLV erklärte 36 Öle für gesetzeskonform; laut SRF prüfte die Behörde vor allem chemisch, kaum sensorisch.

K-Tipp und Saldo: Labor, Preise und die stille Umstufung von M-Budget

K-Tipp, 6. Mai 2026: Die günstigsten Olivenöle von Aldi, Coop, Lidl und Migros kosten alle CHF 7.95. Prix Garantie (Coop) ist weiterhin «extra vergine», Bellasan (Aldi) und Primadonna (Lidl) «nativ extra», M-Budget nur noch «vergine». Migros begründete das gegenüber K-Tipp damit, dass die höhere Stufe «herausfordernd» sei und sich nicht «zuverlässig gewährleisten» lasse.

Saldo 07/2026, 15. April 2026: 16 kaltgepresste Öle im Labor; laut Saldo enthielten alle Rückstände unerwünschter Stoffe. Am wenigsten belastet: die Bio-Öle von Aldi, Coop und Migros sowie ein Demeter-Öl aus Portugal; am schlechtesten: Sabo Extra Vergine Mittelmeer, Monini, Bertolli, Filippo Berio. Die Tabelle ist kostenpflichtig.

Saldo 08/2016 und Bon à Savoir 06/2016: Der erste grosse Schweizer Labortest fand in allen 16 Ölen Spuren von Mineralöl, Pestiziden oder Weichmachern. Acht erhielten trotzdem «gut», darunter Migros Bio Griechenland (CHF 17.80/L), Primadonna (Lidl, CHF 6.00/L), M-Budget (CHF 4.30/L) und Minos (Aldi, CHF 9.30/L). Sensorik wurde nicht geprüft.

Stiftung Warentest 2026 ist ein deutscher Test (25 Öle, 4 «gut»), den der Beobachter am 19. März 2026 für die Schweiz auswertete: Alnatura Bio (Migros, CHF 17.00/L) «gut» und beste Note; Primadonna Bio (Lidl, CHF 13.27/L) «befriedigend»; Primadonna (CHF 11.93/L) «ausreichend»; Enerbio (Denner, CHF 15.90/L) «mangelhaft» wegen Weichmachern; die betroffenen Chargen seien laut Denner nie in die Schweiz gelangt.

ÖKO-TEST, Ausgabe 05/2026: Der zweite deutsche Test des Jahres prüfte 30 Öle der Güteklasse «nativ extra», 18 davon in Bio-Qualität, zu Preisen von 7.99 bis 27.98 Euro pro Liter. Nur zwei erhielten das Gesamturteil «sehr gut»: das Rapunzel Olivenöl nativ extra aus Italien (fruchtig) und das Bio Natives Olivenöl extra von Aldi. Sieben Anbieter hielten laut den beauftragten Sensorikern die eigene Güteklasse nicht ein; die Fehlnoten lauten «ranzig» sowie «stichig und schlammig». Dazu kamen Mineralölspuren, Weichmacher und in einem einzigen Öl bis zu sechs verschiedene Pestizidrückstände. In einem Punkt widerspricht das dem Warentest vom Januar: Dort schmeckten laut der Auswertung von ZDFheute die beiden Aldi-Öle Bellasan und Bio «stichig-schlammig» und «ranzig», bei ÖKO-TEST ist das Aldi-Bio-Öl eines der zwei besten. Beide Tests prüften deutsche Ware zu Europreisen, und ob es dieselbe Abfüllung ist wie das Bio-Öl von Aldi Suisse (0.75 l, CHF 9.95), lässt sich von aussen nicht feststellen. Deshalb steht ÖKO-TEST nicht in der Tabelle oben: Sie führt Schweizer Tests und den einen deutschen, den eine Schweizer Redaktion auf das hiesige Regal umgerechnet hat. Für den Einkauf hier ist der Test ein Hinweis, kein Resultat.

FRC, ACSI und A Bon Entendeur: die Tests aus der Romandie und dem Tessin

Die Fédération romande des consommateurs verglich am 1. Juli 2025 zehn Supermarkt-Öle zwischen CHF 7.95 und 58 pro Liter: acht Experten degustierten blind, dazu Laboranalysen und Etikettenprüfung. Prix Garantie (Coop) und Bellasan (Aldi) wurden wegen sensorischer Fehler auf «vierge» zurückgestuft; chemisch fand die FRC nichts. Vier Öle nennen als Herkunft nur «Europe», kaum eines ein Erntedatum, nur zwei den Produzenten. Die Rangliste ist nur für Mitglieder zugänglich.

ACSI, Juli 2025: derselbe Test auf Italienisch. Die Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana (ACSI) ist die Konsumentenorganisation der italienischen Schweiz und veröffentlichte denselben FRC-Vergleich in ihrer Zeitschrift «La borsa della spesa» 5/25 unter dem Titel «Oli d’oliva non proprio speciali». Das ist kein zweiter Test, sondern die italienischsprachige Fassung desselben: dieselben zehn Öle, dieselbe Spanne von CHF 7.95 bis 58 pro Liter, dieselben zwei Rückstufungen von Prix Garantie (Coop) und Bellasan (Aldi). Zwei Dinge macht die ACSI-Fassung deutlicher als die FRC-Meldung. Erstens das Gewicht der Degustation: Die sensorische Note zählt 50 Prozent der Gesamtbewertung. Zweitens die Einordnung der Fehler: Sie sind in der Güteklasse «extra vergine» verboten, gesundheitlich aber unbedenklich. Aldi teilte der ACSI mit, die Resultate dem eigenen Lieferanten zur Prüfung weitergeleitet zu haben. Für die Zählung auf dieser Seite heisst das: Konsumentenorganisationen haben in der Schweiz 2025 zwei Olivenöl-Tests durchgeführt, nicht drei – Kassensturz mit K-Tipp und die FRC.

A Bon Entendeur (RTS) testete am 12. Januar 2010 zehn AOP-Öle plus Carapelli und Puget (Labor Eurofins Nantes, fünf Verkoster): Alle AOP-Öle erfüllten die Norm, Cartoceto DOP (CHF 72/L) war das beste; Carapelli und Puget waren «insuffisantes». 2014 liess die Sendung zehn günstige Öle (CHF 5 bis 15/L) in Lissabon prüfen; die Marken sind online nicht dokumentiert. 2018 begleitete sie die kantonale Kontrollkampagne.

Kantonslabor und Kantonschemiker: was die amtliche Kontrolle findet

Die Kantonslabors prüfen, ob die Etikette stimmt. Ihre Zahlen sind die nüchternste Messlatte.

  • 2018: Genf, Luzern, Thurgau und Zürich analysierten rund 50 Proben chemisch; 7 (14 %) erfüllten die Anforderungen nicht. Marken wurden nicht genannt.
  • 2022: 15 Kantone prüften 96 Öle. 11 % mussten sensorisch auf «vergine» herabgestuft werden, 5 % waren chemisch auffällig (K232, Stigmastadiene, Fettsäureethylester), 47 % hatten Kennzeichnungsmängel. 57 % wichen in irgendeinem Punkt ab.
  • 2023 und 2024: Das Kantonale Labor Zürich prüfte je zwölf Öle. Je drei waren sensorisch nicht «extra», je vier mangelhaft gekennzeichnet. Zwei Importeure degustieren seither bei Wareneingang; zwei Schiedsanalysen bestätigten den Befund.

Im Tessin testet Patti Chiari (RSI): 2016 fielen 6 von 12 Ölen durch (u. a. De Cecco Classico, Bertolli Originale, Carapelli Classico; Sabo gewann), 2022 waren Don Pablo (Migros, CHF 9.60/L) und Qualité & Prix (Coop, CHF 7.40/L) nicht konform, 2024 bestanden alle neun Öle.

Was die Tests über Migros, Coop, Aldi, Lidl und Denner zeigen

Migros: Monini ist der Dauerbrenner: vorn 2014, «sehr gut» 2016, «gut» 2020, konform 2022 und 2024, im Saldo-Labor 2026 aber unter den am stärksten belasteten. Alnatura Bio war 2026 das beste Öl bei Stiftung Warentest. Don Pablo war 2022 nicht konform, 2024 konform. M-Budget war 2014 nicht «extra vergine», fiel 2016 durch und heisst seit 2026 «vergine».

Coop: Naturaplan Bio ist die verlässlichste Eigenmarke («sehr gut» 2016, «gut» 2020), Iliada war 2025 «sehr gut». Die Billiglinien schwanken: Qualité & Prix war 2020 «ungenügend» und 2022 nicht konform, 2024 aber konform; Prix Garantie stufte die FRC 2025 auf «vierge» zurück, laut K-Tipp 2026 ist es weiterhin als «extra vergine» deklariert.

Aldi Suisse: Minos war 2014 vorn und 2020 «ungenügend». Bellasan stufte die FRC 2025 zurück. Cucina Nobile bestand 2024. Das Aldi-Bio-Öl gehörte 2026 bei Saldo zu den am wenigsten belasteten.

Lidl Schweiz: Primadonna hat die beste Bilanz im Tiefpreissegment: «gut» im Labor 2016, Preis-Leistungs-Sieger 2020, konform 2024, bei Stiftung Warentest 2026 aber nur «ausreichend». Primadonna Bio war 2020 «ungenügend» und wurde 2025 auf «vergine» zurückgestuft, was Lidl bestreitet.

Denner: Kein Händler wurde öfter genannt: Bertolli 2014 nicht «extra vergine» (2020 «gut», 2024 konform), Barbera 2020 ranzig, Ybarra 2025 «ungenügend», Enerbio 2026 bei Stiftung Warentest «mangelhaft». Denner zog 2016 Chargen zurück und kündigte 2020 mehr sensorische Prüfungen an.

Manor, Globus, Volg: Manor stellte zweimal den Testsieger (Oro Bailén 2020, Manor Bio 2025); Sabo Mittelmeer war 2026 im Saldo-Labor am schlechtesten. Bei Globus war Ardonio 2016 fehlerhaft, Delikatessa 2020 «genügend». Das Volg-Öl war 2020 «ungenügend».

Wie Sie die Resultate beim Einkauf nutzen

  1. Nach dem Test kaufen, nicht nach dem Label. K-Tipp 2025: «Auf Bio ist bei Olivenöl nicht immer Verlass». Bio schützt eher vor Rückständen (Saldo 2026) als vor Geschmacksfehlern (Primadonna Bio 2025).
  2. Unter CHF 10 pro Liter genau hinschauen. Ybarra, Prix Garantie, Bellasan (alle CHF 7.95) und M-Budget wurden zurückgestuft; Primadonna (Lidl) zeigt, dass es auch günstig geht.
  3. Teuer ist keine Garantie. Castelines (CHF 73.80/L) und Ardonio (CHF 39.80/L) fielen 2016 durch.
  4. Etikette lesen: «vergine» ist nicht «extra vergine». Achten Sie auf Erntejahr, konkrete Herkunft und Produzentennamen; laut FRC 2025 liefern das nur wenige Supermarkt-Öle.
  5. Selber riechen: Muffig, ranzig oder nach Essig ist kein «extra vergine». Bitter und scharf sind kein Fehler.
  6. Testsieger in der Aktion kaufen, aber nicht auf Vorrat: Die Kantonslabors beanstanden vor allem alte, oxidierte Öle.

Häufige Fragen

Welches Olivenöl empfiehlt der Kassensturz 2025?

Im Test vom 2. September 2025 erhielten zwei von 13 Ölen «sehr gut»: Manor Bio (CHF 21.50/L) und Iliada von Coop (CHF 21.90/L laut SRF). Acht weitere waren «gut»; deren Einzelnoten stehen nur im kostenpflichtigen K-Tipp 14/2025.

Welches Olivenöl der Migros ist Testsieger?

Monini war 2016 Kassensturz-Testsieger (CHF 12.50/L). Alnatura Bio (CHF 17.00/L) erhielt 2026 bei Stiftung Warentest die beste Note von 25 Ölen. Im Saldo-Labortest 2026 lag Monini dagegen bei den am stärksten belasteten Ölen.

Ist das Olivenöl von Coop gut?

Naturaplan Bio und Iliada schneiden seit Jahren gut bis sehr gut ab. Qualité & Prix war 2020 «ungenügend» und 2022 nicht konform; Prix Garantie wurde 2025 von der FRC auf «vierge» zurückgestuft, ist laut K-Tipp 2026 aber weiterhin als «extra vergine» deklariert.

Ist das Olivenöl von Lidl und Aldi wirklich «extra vergine»?

Meistens ja, aber nicht immer: Primadonna Bio (Lidl) wurde 2025 vom Swiss Olive Oil Panel nur als «vergine» eingestuft, Bellasan (Aldi) 2025 von der FRC. Lidl widerspricht und verweist auf ein deutsches Panel. Das normale Primadonna bestand 2016, 2020 und 2024, Cucina Nobile (Aldi) 2024.

Warum fällt Denner-Olivenöl in Tests durch?

Die Tests nennen keine gemeinsame Ursache, sondern einzelne Produkte: Bertolli 2014, Barbera 2020 (ranzig), Ybarra 2025 («ungenügend»), Enerbio 2026 (Weichmacher). Denner nahm 2016 Chargen zurück und kündigte 2020 mehr Prüfungen an; Bertolli von Denner war 2020 «gut» und 2024 konform.

Wie viele Schweizer Olivenöl-Tests gibt es wirklich?

Weniger, als die Zahl der Veröffentlichungen vermuten lässt. 2025 haben zwei Schweizer Konsumentenorganisationen Olivenöl testen lassen: Kassensturz mit K-Tipp (13 Öle, Degustation durch das Panel der ZHAW) und die FRC (10 Öle, Degustation, Labor und Etikette). Die ACSI im Tessin veröffentlichte den FRC-Test in italienischer Sprache, sie ist also eine dritte Stimme, aber kein dritter Test. Dazu kommen die Labortests von Saldo und Bon à Savoir, die Kontrollen der Kantonslabors und die Sendung Patti Chiari der RSI.

Gilt der deutsche Öko-Test 2026 auch für die Schweiz?

Nur als Hinweis. ÖKO-TEST (05/2026) und Stiftung Warentest (2/2026) prüfen deutsche Ware zu Europreisen; mehrere der Marken stehen hier gar nicht im Regal, und bei gleichem Namen kann die Abfüllung für die Schweiz eine andere sein. Die beiden widersprechen sich 2026 sogar beim selben Händler: Bei ÖKO-TEST ist das Aldi-Bio-Öl eines von zwei «sehr gut», bei Stiftung Warentest schmecken die Aldi-Öle laut ZDFheute-Auswertung «stichig-schlammig» und «ranzig». Für das Schweizer Regal zählen die Schweizer Tests in der Tabelle oben.

Was ist der Unterschied zwischen «nativ extra», «extra vergine» und «vergine»?

«Nativ extra», «extra vergine» und «vierge extra» bezeichnen dieselbe höchste Güteklasse: kalt gewonnen, chemisch innerhalb der Grenzwerte, sensorisch ohne Fehler. «Vergine» oder «nativ» ist die Stufe darunter; leichte Fehlnoten sind erlaubt. Diese Grenze überschreiten die in Tests «herabgestuften» Öle.

Quellen