Wer Olivenöl in der Schweiz online kaufen will, trifft auf ein Angebot, das 2026 deutlich kleiner geworden ist. Zwei bekannte Lieferdienste sind verschwunden, einer liefert nur Wein, und bei zwei Ketten ist das Sortiment im Netz sichtbar, aber nicht bestellbar.
Dieser Artikel nennt darum nur Shops, deren Lieferbedingungen sich im Oktober 2026 nachlesen lassen, mit ihren eigenen Angaben zu Mindestbestellwert und Liefergebühr. Dazu kommt der Teil, den kein Shop auf der Produktseite erklärt: was die Bestellung im EU-Ausland an der Grenze kostet.
2026 hat das Feld halbiert
Im Mai 2026 eröffnete das Bezirksgericht Zürich den Konkurs über die Farmy AG. Der Online-Hofladen stellte den Betrieb per sofort ein, der Shop ging offline, über hundert Mitarbeitende verloren ihre Stelle. Der Verwaltungsrat nannte wirtschaftliche Gründe: Die Restrukturierung habe nicht zur angestrebten Sanierung geführt.
Drei Monate später folgte Aldi. Der Discounter beendete seinen Heimlieferdienst Aldi now nach rund vier Jahren: Ende August 2026 in Bussigny, Bern, Genf, Basel und Luzern, für die Region Zürich wurde das Ende für Ende September gemeldet. Aldi begründete den Schritt mit einer «Rückbesinnung zum wahren Discounter»; Branchenbeobachter verwiesen auf die teure letzte Meile. Eine Abholung im Laden gab es bei Aldi Suisse nie.
Lidl Schweiz betreibt einen Onlineshop, führt dort aber nur Non-Food. Denner verkauft online ausschliesslich Wein und Champagner und verweist in der eigenen FAQ für Lebensmittel ausdrücklich auf das Angebot der Migros. Von den grossen Lebensmittelketten bleiben damit genau zwei, die Olivenöl landesweit an die Haustür bringen.
Die Shops, die liefern – und was es kostet
| Shop | Mindestbestellwert | Liefergebühr | gratis ab |
|---|---|---|---|
| Coop.ch | CHF 99.90 | CHF 7.90, ab CHF 160 CHF 4.90 | CHF 200 |
| Migros Online | CHF 99 | abgestuft nach Warenwert | CHF 200 |
| Galaxus | keiner | CHF 4.90 | CHF 50 |
| Otto's | keiner | CHF 8.95 pauschal | CHF 120 |
| Delinat | keiner | CHF 4.80 | CHF 70 |
Die Werte stammen aus den Lieferbedingungen und Hilfeseiten der Anbieter, Stand Oktober 2026. Bei Coop.ch steht die Staffelung am ausführlichsten in den eigenen Lieferbedingungen: Mindestbestellwert CHF 99.90, Gebühr CHF 7.90, ab CHF 160 noch CHF 4.90, ab CHF 200 keine. Eine Zustellung am gleichen Tag kostet CHF 5 Aufschlag, die Abholung an einem Pick-up-Standort nichts. Die zugehörigen AGB tragen das Datum 13. Mai 2026.
Bei Migros Online nennt die Migros-Hilfe CHF 99 als Mindestbestellwert, ohne Liefergebühren, Depots und Gutschriften, und hält fest: ohne Lieferpass ist die Lieferung ab CHF 200 kostenlos, mit Lieferpass fällt oberhalb von CHF 99 keine Gebühr an. Zur Staffelung dazwischen berichtete «Blick» im Mai 2026 von CHF 7.90 ab CHF 99, CHF 4.90 ab CHF 160 und Gratislieferung ab CHF 200 – also derselben Logik wie bei Coop. Zu Stosszeiten und an Samstagen können Zuschläge dazukommen, der Warenkorb zeigt den Endbetrag.
Galaxus führt Lebensmittel und darunter Olivenöl; der Versand ist ab CHF 50 gratis, darunter kostet er CHF 4.90. Die Regel gilt für Ware aus dem eigenen Lager – bei Marktplatz-Händlern kann die Zustellung abweichen. Otto's verlangt pauschal CHF 8.95 pro Bestellung, unabhängig von der Anzahl Artikel, und liefert ab CHF 120 gratis. Delinat, ein Bio-Versender mit eigenem Olivenöl-Sortiment, verrechnet CHF 4.80 und liefert ab CHF 70 portofrei mit Post oder Planzer – also inländisch, ohne Zoll. Denner liefert nur Wein: Mindestbestellwert CHF 50, Standardlieferung CHF 9.90, zwischen CHF 50 und 100 ein Kleinmengenzuschlag von höchstens CHF 5.
Online sichtbar heisst nicht online bestellbar
Der häufigste Irrtum beim Suchbegriff «Olivenöl online kaufen» betrifft die Discounter. Auf aldi-suisse.ch und auf sortiment.lidl.ch stehen Olivenöle mit Bild, Herkunftsangabe und Preis – das sind Sortimentsseiten für den Laden, keine Warenkörbe. Unsere eigene Preiserhebung vom 30. September 2026 nutzt genau diese Seiten als Quelle; bestellbar ist dort nichts. Dasselbe gilt für Manor: Die Produktseiten der getesteten Manor-Bio-Flasche leiten auf die Startseite um, Lebensmittel verkauft Manor nur in den Filialen.
Praktische Folge: Wer die günstigsten Flaschen des Landes will, muss in den Laden. Wer liefern lassen will, zahlt den Supermarktpreis plus Gebühr – oder weicht auf Galaxus, Otto's und spezialisierte Versender aus. Die aktuellen Regalpreise aller Ketten stehen in unserer Preisübersicht.
Was sich online tatsächlich lohnt
Bestellbar und gut getestet ist eine seltene Kombination. Das am besten bewertete Öl, das sich auf coop.ch in den Korb legen lässt, ist die Kalamata-PDO-Flasche von Iliada: geschützte Herkunftsbezeichnung aus einer einzigen griechischen Region und im Test von Kassensturz und K-Tipp 2025 mit «sehr gut» bewertet. Für ein Öl aus dem Supermarktregal ist das die Ausnahme, nicht die Regel.

Iliada Kalamata PDO extra vergine, 1 l
Griechenland, Kalamata
CHF 18.501 L · CHF 18.50 pro Liter
Kassensturz / K-Tipp 2025: sehr gut Preis prüfenDas Gegenstück zeigt, warum eine Gratis-Lieferschwelle gefährlich sein kann. Bei Otto's liegt die Schwelle bei CHF 120, und das billigste Literöl im Shop ist das Sabo Extra Vergine Mittelmeer. Saldo nannte im Juli 2026 genau dieses Öl unter den am stärksten belasteten im Test. Wer die Schwelle mit sechs Flaschen davon erreicht, hat sechs Liter Öl gekauft, die er nicht gern verwendet.
Sabo Olivenöl extra vergine Mittelmeer, 1 l
Tunesien (laut Otto's)
CHF 7.951 L · CHF 7.95 pro Liter
Preis prüfenDie Rechnung mit der Gratis-Lieferung
Lieferschwellen verschieben das Kaufverhalten – und fast immer in Richtung mehr Menge. Bei CHF 200 für die Gratislieferung ist Olivenöl der ideale Füllartikel: haltbar, teuer pro Stück, platzsparend. Genau da liegt die Falle. Angebrochenes Olivenöl verliert in Monaten an Qualität, nicht in Jahren; welche Gebindegrösse sich tatsächlich rechnet, haben wir in 500 ml, 1 Liter oder Kanister durchgerechnet.
Die ehrliche Rechnung lautet: Eine Liefergebühr von CHF 7.90 auf eine einzelne Flasche ist absurd, auf einen vollen Wocheneinkauf fällt sie kaum auf. Olivenöl online zu kaufen ist deshalb selten ein eigener Einkauf, sondern eine Position in einem Korb, den man ohnehin bestellt. Wer nur Öl will, fährt mit Galaxus ab CHF 50 oder Delinat ab CHF 70 besser.
Im EU-Shop bestellen: die Zollrechnung
Hier liegt der Unterschied zwischen einem schweizerischen und einem deutschen Ratgeber. Ein Öl, das in Italien EUR 12 kostet, sieht nach einem Schnäppchen aus – bis die Post klingelt.
Bei Postsendungen aus dem Ausland fällt die Einfuhrsteuer an, wird aber aus verwaltungsökonomischen Gründen nicht erhoben, wenn der Steuerbetrag CHF 5 oder weniger beträgt. Für Lebensmittel gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 2.6 Prozent; die Grenze liegt laut ch.ch damit bei rund CHF 193 Paketwert inklusive Versand. Für Waren zum Normalsatz von 8.1 Prozent sind es nur rund CHF 62. Olivenöl ist in dieser Rechnung ungewöhnlich gut gestellt – die meisten Privatbestellungen bleiben unter der Schwelle.
Teuer wird es, wenn die Schwelle fällt. Die Stiftung für Konsumentenschutz nennt für August 2026 eine Verzollungsgebühr der Post von CHF 13 pro Paket aus der EU und CHF 16 aus übrigen Ländern, zuzüglich drei Prozent des Warenwerts. Bei Sendungen unterhalb der Abgabenfreigrenze erhebt die Post keine Bearbeitungsgebühr. Eine einzelne Gebühr von CHF 13 frisst den Preisvorteil einer Flasche vollständig auf.
Dazu kommt die Versandhandelsregelung: Ausländische Händler mit mindestens CHF 100'000 Jahresumsatz aus Kleinsendungen in die Schweiz gelten als Inlandlieferanten, müssen sich bei der ESTV registrieren und die schweizerische Mehrwertsteuer selbst erheben; seit 2025 schuldet bei Verkäufen über eine Plattform in der Regel die Plattform die Steuer. Bei solchen Shops stimmt der angezeigte Endpreis – bei kleinen Anbietern kommt die Rechnung nach.
Selber über die Grenze: 5 Liter und CHF 150
Viele rechnen den Einkaufsausflug nach Italien oder Frankreich gegen den Onlinekauf. Dafür gelten zwei getrennte Grenzen, die regelmässig verwechselt werden.
Erstens die Menge: Für Öle, Fette und Margarine zu Speisezwecken nennt die Freimengen-Tabelle des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit 5 Kilogramm beziehungsweise 5 Liter pro Person und Tag; für jedes weitere Kilo oder jeden weiteren Liter fallen CHF 2 an. Zweitens der Wert: Seit dem 1. Januar 2025 liegt die Mehrwertsteuer-Wertfreigrenze im Reiseverkehr bei CHF 150 pro Person und Tag statt bei den früheren CHF 300. Wird sie überschritten, ist die Mehrwertsteuer auf den gesamten Warenwert fällig, nicht nur auf den Teil darüber. Zollfreie Lebensmittel zählen beim Wert mit.
Wichtig: Diese Freimengen gelten im Reiseverkehr, also für Ware, die Sie selbst über die Grenze bringen. Für Pakete gilt die Fünf-Franken-Regel von oben, nicht die Fünf-Liter-Regel. Verbindlich sind in beiden Fällen die Angaben des BAZG.
Worauf vor dem Klick zu achten ist
Online fehlt der wichtigste Prüfschritt: das Riechen beim Öffnen. Es bleiben die Angaben auf der Produktseite, und davon zählen drei: eine präzise Herkunftsangabe statt «Mischung von Olivenölen aus der EU», dunkles Glas oder Blech statt PET, und ein Erntejahr oder zumindest ein Abfülldatum. Fehlt alles drei, ist der Preis das einzige Argument.
Dazu kommt die Testlage, die online besonders viel wert ist, weil sie das Riechen ersetzt: Die Resultate von Kassensturz, K-Tipp, Saldo und FRC haben wir im Olivenöl-Test Schweiz zusammengetragen. Und weil «extra vergine» auf dem Etikett regelmässig nicht hält, was es verspricht, lohnt ein Blick darauf, wie gepanscht wird und wer kontrolliert – bei einem Onlinekauf ohne Degustation zählt das doppelt.
Häufige Fragen
Welche Schweizer Onlineshops liefern Olivenöl nach Hause?
Nach dem Stand von Oktober 2026 liefern von den Lebensmittelketten Coop.ch und Migros Online landesweit. Dazu kommen Galaxus mit einem Lebensmittelsortiment, Otto's mit seinem Supermarkt-Bereich und spezialisierte Versender wie Delinat. Denner liefert online nur Wein und Champagner, Lidl führt online nur Non-Food, und Aldi Suisse hat den Lieferdienst Aldi now 2026 eingestellt.
Was kostet die Lieferung beim Online-Supermarkt?
Coop.ch nennt in den eigenen Lieferbedingungen CHF 7.90 ab einem Mindestbestellwert von CHF 99.90, CHF 4.90 ab CHF 160 und keine Gebühr ab CHF 200; die Zustellung am gleichen Tag kostet CHF 5 mehr, die Abholung am Pick-up-Standort nichts. Bei Migros Online liegt der Mindestbestellwert bei CHF 99 und die Lieferung ist ohne Lieferpass ab CHF 200 kostenlos.
Kann ich bei Aldi oder Lidl Olivenöl online bestellen?
Nein. Aldi Suisse hat den Heimlieferdienst Aldi now 2026 beendet und bietet keine Abholung im Laden an; Lidl Schweiz führt im Onlineshop nur Non-Food. Die Olivenöl-Seiten auf aldi-suisse.ch und sortiment.lidl.ch zeigen das Ladensortiment mit Preis, sind aber keine Shop-Seiten.
Lohnt es sich, Olivenöl in einem EU-Shop zu bestellen?
Selten. Bis zu einem Steuerbetrag von CHF 5 wird die Einfuhrsteuer nicht erhoben, bei Lebensmitteln mit 2.6 Prozent entspricht das rund CHF 193 Paketwert. Darüber kommen Steuer plus Verzollungsgebühr der Post dazu – laut Stiftung für Konsumentenschutz im August 2026 CHF 13 pro Paket aus der EU oder CHF 16 aus übrigen Ländern, zuzüglich drei Prozent des Warenwerts.
Wie viel Olivenöl darf ich zollfrei selbst einführen?
Die Freimengen-Tabelle des BAZG nennt für Öle, Fette und Margarine zu Speisezwecken 5 Kilogramm oder 5 Liter pro Person und Tag; darüber CHF 2 pro Kilo oder Liter. Unabhängig davon gilt seit dem 1. Januar 2025 eine Mehrwertsteuer-Wertfreigrenze von CHF 150 pro Person und Tag. Wird dieser Wert über alle mitgeführten Waren überschritten, fällt die Mehrwertsteuer auf den gesamten Betrag an.
Quellen
- Coop: Lieferbedingungen – Mindestbestellwert und Liefergebühren
- Migros-Hilfe: Richtlinien zu den Lieferkosten
- Migros-Hilfe: Wie kann ich Lieferkosten sparen?
- Blick: Migros Online speckt bei den Heimlieferungen ab (Mai 2026)
- Galaxus: Lieferung und Abholung – Versandkosten
- Otto's: Lieferkosten
- Delinat: Olivenöl-Sortiment und Versandkosten Schweiz
- Denner: FAQ – online nur Wein und Champagner
- Denner: Lieferbedingungen Weinshop
- Blick: Farmy meldet Konkurs an (Mai 2026)
- 20 Minuten: Nach vier Jahren Aus für Aldi now (August 2026)
- Blick: Aldi Schweiz stellt Lieferdienst ein
- Tages-Anzeiger: Wieso sich der Online-Lebensmittelhandel in der Schweiz schwertut
- ch.ch: Waren im Ausland bestellen – Steuerbeträge bis CHF 5
- BAZG: Empfangen von Briefen und Paketen
- Stiftung für Konsumentenschutz: Was kostet die Verzollung bei ausländischen Online-Shops?
- ESTV: MWST – Versandhandel und Plattformbesteuerung
- BAZG: Mehrwertsteuer – Wertfreigrenze 150 Franken
- Bundesrat: Wertfreigrenze im Reiseverkehr wird auf 150 Franken gesenkt
- BAZG: Freimengen – Lebensmittel, Alkohol und Tabak



