Im Schweizer Regal stehen zwanzig Flaschen «extra vergine» zwischen CHF 7.95 und 40 pro Liter, und die Etiketten sagen fast nichts. Was weiterhilft, steht in den Tests von Kassensturz, K-Tipp, Saldo, FRC und den Kantonslabors – nur sortiert die niemand so, wie man einkauft: nach der Kette, in der man gerade steht.

Genau das macht diese Seite. Für jeden der sechs Detailhändler mit Olivenöl im Sortiment steht hier eine Flasche mit belegter Bilanz und eine, die Sie stehen lassen können, mit Datum und Quelle. Die Chronologie aller Tests steht im Olivenöl-Test Schweiz 2026, die aktuellen Regalpreise in der Preisübersicht.

Die Kurzfassung: was bei welcher Kette in den Korb gehört

KetteBeste belegte WahlWarumEher stehen lassen
MigrosAlnatura Bio nativ extraBeste Note aller 25 Öle bei Stiftung Warentest 2026 (Auswertung Beobachter)M-Budget – seit 2026 nur noch «vergine»
CoopIliada Kalamata PDO oder Naturaplan BioIliada «sehr gut» 2025; Naturaplan «sehr gut» 2016, «gut» 2020, Bio-Linie 2026 bei Saldo unter den am wenigsten belastetenPrix Garantie – von der FRC 2025 auf «vierge» zurückgestuft
Aldi SuisseAldi BIO Olivenöl«gut» bei Kassensturz 2025 und 2026 bei Saldo unter den am wenigsten belasteten ÖlenBellasan – von der FRC 2025 auf «vierge» zurückgestuft
Lidl SchweizPrimadonna (nicht die Bio-Variante)Beste Bilanz im Tiefpreissegment: «gut» im Labor 2016, Preis-Leistungs-Sieger 2020, konform 2024Primadonna Bio – 2020 «ungenügend», 2025 nur «vergine»
DennerBertolli – mit VorbehaltDie einzige Denner-Flasche mit zwei bestandenen Prüfungen («gut» 2020, konform 2024)Ybarra – «ungenügend» 2025
ManorManor Bio nativ extraTestsieger bei Kassensturz 2025 mit 7 von 10 PunktenSabo Extra Vergine Mittelmeer – 2026 im Saldo-Labor am schlechtesten

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Getestet wird eine Charge, nicht ein Produkt für immer: Monini war 2016 Testsieger und lag 2026 im Saldo-Labor bei den am stärksten belasteten Ölen. Und zu mehreren Flaschen im Regal gibt es überhaupt kein Schweizer Testurteil – wo hier nichts steht, fehlt die Prüfung, nicht die Qualität.

Warum nur der Literpreis vergleichbar ist

Die Ketten stellen 500-ml-, 750-ml- und 1-Liter-Flaschen nebeneinander ins gleiche Regal, und gross angeschrieben ist der Flaschenpreis. Eine 750-ml-Flasche für CHF 9.95 wirkt günstiger als ein Liter für CHF 11.95 – pro Liter ist sie es mit CHF 13.27 aber nicht. Der Grundpreis steht am Regal, aber klein und manchmal pro 100 ml statt pro Liter.

Deshalb ist der Literpreis in der Preistabelle dieser Seite die Sortierspalte, und deshalb steht bei jeder Flasche das Erhebungsdatum: Aktionen laufen wochenweise, und ein Preis ohne Datum ist eine Behauptung.

Migros: Alnatura Bio vor dem eigenen Bio-Griechen

Die Migros hat die längste und widersprüchlichste Bilanz im Land, weil sie am meisten Linien führt – und die klarste Empfehlung ist derzeit nicht die Hausmarke. Alnatura Bio nativ extra, das die Migros im Sortiment hat, erhielt bei Stiftung Warentest 2026 die beste Note aller 25 geprüften Öle; der Beobachter rechnete das am 19. März 2026 auf CHF 17.00 pro Liter um. Es ist eines von nur vier Ölen, die in diesem deutschen Test überhaupt «gut» erreichten.

Das Migros-Bio-Öl aus Griechenland ist die zweite belegte Wahl: «gut» bei Kassensturz 2025 und im Saldo-Labor 2016, und die Bio-Öle von Aldi, Coop und Migros gehörten im Saldo-Test vom 15. April 2026 zu den am wenigsten belasteten der 16 geprüften Flaschen.

Monini ist der Dauerbrenner mit der gemischtesten Bilanz: Kassensturz-Testsieger 2016 zu CHF 12.50 pro Liter, «gut» 2020, konform 2022 und 2024 – im Saldo-Labor 2026 aber unter den am stärksten belasteten Ölen, mit Bertolli und Filippo Berio. Wer auf Geschmack schaut, greift zu; wer auf Rückstände achtet, nimmt Bio.

M-Budget ist der klarste Verzicht im ganzen Schweizer Regal, und zwar nicht wegen eines Testurteils, sondern weil die Migros selbst die Güteklasse gesenkt hat: Laut K-Tipp vom 6. Mai 2026 wird das Öl nur noch als «vergine» deklariert. Die Migros begründete das damit, die höhere Stufe sei «herausfordernd» und lasse sich nicht «zuverlässig gewährleisten». Vorher war es 2014 nicht «extra vergine» und fiel 2016 durch. Was «vergine» von «extra vergine» unterscheidet, steht in Was ist natives Olivenöl extra.

Nur «vergine»M-Budget Olivenöl vergine, 1 l
Migros

M-Budget Olivenöl vergine, 1 l

Herkunft auf der Packung

CHF 7.951 L · CHF 7.95 pro Liter

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Coop: Iliada und Naturaplan, nicht die Billiglinien

Bei Coop ist die Lage ungewöhnlich klar. Das griechische Iliada Kalamata PDO war im Kassensturz-Test vom 2. September 2025 eines von nur zwei Ölen mit «sehr gut» – 6,6 von 10 Punkten vom Swiss Olive Oil Panel der ZHAW in Wädenswil, dem einzigen vom Internationalen Olivenölrat anerkannten Panel der Schweiz. SRF nennt CHF 21.90 pro Liter, 20 Minuten schrieb von CHF 25.90 für die gekaufte Flasche.

Naturaplan Bio ist über die Zeit die verlässlichste Eigenmarke des Landes: «sehr gut» bei Kassensturz 2016 (CHF 17.90 pro Liter), «gut» 2020, und die Coop-Bio-Linie zählte 2026 bei Saldo zu den am wenigsten belasteten. Coop führt sie unter anderem als IGP Sicilia und IGP Lakonia – Herkunftsangaben, die konkreter sind als das «Europa» auf vielen Billigetiketten.

Die Billiglinien schwanken dagegen. Prix Garantie wurde von der Fédération romande des consommateurs am 1. Juli 2025 nach einer Blinddegustation mit acht Fachleuten auf «vierge» zurückgestuft; chemisch fand die FRC nichts, und laut K-Tipp 2026 ist das Öl weiterhin als «extra vergine» deklariert. Qualité & Prix war 2020 «ungenügend» und 2022 bei Patti Chiari nicht konform, 2024 dann konform.

Aldi Suisse: das Bio-Öl ist die Antwort, Bellasan nicht

Bei Aldi ist die Empfehlung eindeutig das Aldi BIO mit der europäischen Mischung: «gut» bei Kassensturz 2025 und 2026 bei Saldo unter den am wenigsten belasteten Ölen. Es ist damit die einzige Flasche im Schweizer Regal, die in einem Degustations- und in einem Labortest kurz nacheinander bestanden hat – und sie liegt im unteren Preisdrittel.

Bellasan, die Standardlinie, wurde von der FRC 2025 auf «vierge» zurückgestuft – laut K-Tipp vom 6. Mai 2026 ist sie zu CHF 7.95 weiterhin als «nativ extra» deklariert. Bei Minos hängt alles am Jahr: 2014 lag es bei K-Tipp und Kassensturz vorn, 2020 war es «ungenügend».

Lidl: Primadonna ja, Primadonna Bio mit Vorbehalt

Das normale Primadonna hat die beste Bilanz im Tiefpreissegment: «gut» im Saldo-Labor 2016, Preis-Leistungs-Sieger bei Kassensturz 2020 zu CHF 9.40 pro Liter, konform bei Patti Chiari 2024. Bei Stiftung Warentest 2026 reichte es nur für «ausreichend» – ein deutscher Test mit deutschen Chargen, aber ein Hinweis, dass die Qualität nicht nach oben ausbricht. Für Braten und grössere Mengen die pragmatische Wahl.

Primadonna Bio ist der Sonderfall: 2020 «ungenügend», und 2025 stufte das ZHAW-Panel es wegen einer «stichig, schlammigen» Note nur als «vergine» ein. Lidl widerspricht und liess laut SRF dieselbe Charge von einem deutschen Panel prüfen, das nichts beanstandete; bei Stiftung Warentest 2026 gab es «befriedigend». Wer Bio will, findet bei Aldi und Coop die besser belegten Flaschen.

Denner: die schwächste Test-Bilanz des Landes

Kein Detailhändler wurde in Schweizer Tests häufiger negativ genannt. Die Reihe: Bertolli 2014 nicht «extra vergine», Barbera Selezione Unica 2020 ranzig, Ybarra 2025 «ungenügend» – laut SRF formal «extra vergine», «sauber und rein sei es aber nicht», zu CHF 7.95 pro Liter – und Enerbio 2026 bei Stiftung Warentest «mangelhaft» wegen Weichmachern, wobei Denner erklärte, die betroffenen Chargen seien nie in die Schweiz gelangt. Denner nahm 2016 Chargen vor der Sendung aus dem Regal und kündigte 2020 mehr sensorische Prüfungen an.

Das heisst nicht, dass bei Denner nichts Brauchbares steht: Bertolli war 2020 «gut» und 2024 konform – die einzige Denner-Flasche mit zwei bestandenen Prüfungen nach dem Befund von 2014. Zum Divella aus dem laufenden Sortiment gibt es kein Schweizer Testurteil; es ist weder empfohlen noch beanstandet.

Divella Classico extra vergine, 1 l
Denner

Divella Classico extra vergine, 1 l

Abgefüllt in Italien

CHF 11.951 L · CHF 11.95 pro Liter

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Manor: wo zweimal der Testsieger stand

Manor Food ist die kleinste Adresse in dieser Liste und stellte trotzdem zweimal den Sieger: Manor Bio nativ extra gewann den Kassensturz-Test vom 2. September 2025 mit 7 von 10 Punkten und «sehr gut», zu CHF 21.50 pro Liter, und 2020 war Oro Bailén Testsieger zu CHF 39.80 pro Liter. Wer ein Öl zum Schluss über den Teller gibt statt darin zu braten, findet hier die am besten belegte Flasche des Landes.

Die Einschränkung ist praktisch, nicht qualitativ: Manor verkauft Lebensmittel nur in den Manor-Food-Filialen, nicht online, und das Testsieger-Öl von 2025 ist auf manor.ch nicht mehr gelistet. Sabo Extra Vergine Mittelmeer lag dagegen im Saldo-Labor 2026 am schlechtesten von 16 Ölen – dieselbe Marke, die 2016 bei Patti Chiari noch gewann.

Zwei Minuten am Regal: die Kontrolle, die sich lohnt

  1. Güteklasse lesen, nicht die Marke. «Nativ extra», «extra vergine» und «vierge extra» sind dieselbe höchste Stufe. Steht nur «vergine» oder «nativ» da, ist es die Klasse darunter – bei M-Budget seit 2026 der Fall.
  2. Literpreis bilden. Flaschenpreis durch Liter. Alles andere vergleicht Verpackungsgrössen statt Öl.
  3. Nach Erntejahr und konkreter Herkunft suchen. Die FRC fand 2025 bei vier von zehn Supermarkt-Ölen nur «Europe» als Herkunft, bei kaum einem ein Erntedatum und nur bei zwei den Produzenten.
  4. Bio hilft gegen Rückstände, nicht gegen Geschmacksfehler. Saldo 2026 fand Bio-Öle am wenigsten belastet; das Primadonna Bio wurde 2025 trotzdem sensorisch zurückgestuft. K-Tipp 2025 formulierte es so: «Auf Bio ist bei Olivenöl nicht immer Verlass».
  5. Nicht auf Vorrat kaufen. Die Kantonslabors beanstanden vor allem alte, oxidierte Öle: Das Kantonale Labor Zürich fand 2023 und 2024 je drei von zwölf Ölen sensorisch nicht «extra». Wie lange eine offene Flasche trägt, steht in Olivenöl richtig lagern.
  6. Zuhause riechen. Muffig, ranzig oder nach Essig ist kein «extra vergine» und ein Reklamationsgrund. Bitter und scharf im Rachen sind das Gegenteil eines Fehlers.

Häufige Fragen

Welches Olivenöl soll ich bei Migros kaufen?

Das Alnatura Bio nativ extra: Es erhielt bei Stiftung Warentest 2026 die beste Note aller 25 geprüften Öle, laut Beobachter zu CHF 17.00 pro Liter. Als Hausmarke ist das Migros-Bio-Öl aus Griechenland die belegte Alternative – «gut» bei Kassensturz 2025 und bei Saldo 2026 unter den am wenigsten belasteten. Vom M-Budget-Öl ist abzusehen: Die Migros deklariert es seit 2026 nur noch als «vergine».

Ist das billige Olivenöl für CHF 7.95 pro Liter brauchbar?

Uneinheitlich. Laut K-Tipp vom 6. Mai 2026 kosten die günstigsten Öle von Aldi, Coop, Lidl und Migros alle CHF 7.95. Ybarra von Denner war zu diesem Preis 2025 «ungenügend», Prix Garantie und Bellasan wurden von der FRC 2025 auf «vierge» zurückgestuft, M-Budget heisst selbst nur noch «vergine». Dass es günstig geht, zeigt Primadonna von Lidl: Preis-Leistungs-Sieger 2020 und konform 2024. Unter CHF 10 pro Liter lohnt der Blick auf die Güteklasse also besonders.

Lohnt sich Bio-Olivenöl im Schweizer Supermarkt?

Gegen Rückstände ja: Im Saldo-Labortest vom 15. April 2026 enthielten alle 16 Öle unerwünschte Stoffe, am wenigsten die Bio-Öle von Aldi, Coop und Migros sowie ein Demeter-Öl aus Portugal. Gegen Geschmacksfehler nicht automatisch: Das Primadonna Bio von Lidl wurde 2025 sensorisch auf «vergine» zurückgestuft und war 2020 «ungenügend».

Wer testet Olivenöl für die Schweiz?

Kassensturz (SRF) und K-Tipp degustieren gemeinsam, seit 2016 über das Swiss Olive Oil Panel der ZHAW Wädenswil. Saldo prüft im Labor, FRC und A Bon Entendeur testen für die Romandie, Patti Chiari (RSI) für das Tessin, und die Kantonslabors kontrollieren die Etiketten. Die Ranglisten von K-Tipp, Saldo und FRC sind kostenpflichtig oder Mitgliedern vorbehalten; die Übersicht steht im Test-Überblick.

Ist teures Olivenöl automatisch besser?

Nein. Bei Kassensturz 2016 fielen zwei teure Flaschen durch die Sensorik: Castelines von Mövenpick zu CHF 73.80 pro Liter und Ardonio von Globus zu CHF 39.80 pro Liter. Umgekehrt war Primadonna von Lidl 2020 zu CHF 9.40 pro Liter Preis-Leistungs-Sieger. Der Preis sagt etwas über Herkunft, Sorte und Erntezeitpunkt – über die Abwesenheit von Fehlern sagt er nichts.

Quellen