Das Coop-Regal zeigt die ganze Spannweite des Schweizer Olivenölmarkts auf einem Meter Regalbreite. Oben steht ein griechisches Öl mit geschützter Herkunft, das in der strengsten Degustation des Landes ein «sehr gut» holte. Unten steht ein Literöl der Billiglinie, dem eine Konsumentenjury die höchste Güteklasse wieder abgenommen hat. Dazwischen liegt die Naturaplan-Stufe mit deklarierten Anbaugebieten.

Diese Seite nimmt die sechs Coop-Olivenöle, die online im Dauersortiment gelistet sind, und sagt bei jeder Flasche dasselbe: welche Güteklasse auf dem Etikett steht, woher das Öl kommt, ob ein Schweizer Testurteil existiert und wofür sie in der Küche taugt. Sortiert ist nach Literpreis, dem einzigen Wert, der eine 500-ml-Flasche mit einem Liter vergleichbar macht. Die Frankenbeträge stehen in den Produktkarten weiter unten, jede mit ihrem Erhebungsdatum. Die Gegenprobe bei der grössten Kette steht im Migros-Sortiment im Test-Check, die Chronologie aller Schweizer Tests im Olivenöl-Test Schweiz 2026, und die Preise aller Ketten nebeneinander in der Preisübersicht.

Das Coop-Sortiment auf einen Blick

Aufsteigend nach Literpreis, Stand der Preiserhebung vom 30. September 2026. «Testurteil» heisst hier: ein Urteil aus einem Schweizer Test, der diese Flasche einzeln genannt hat – nicht ein Urteil über die Marke oder über die Linie.

FlascheDeklaration und HerkunftTesturteilWofür
Prix Garantie extra vergine, 1 lextra vergine; EU, abgefüllt in Italienauf «vergine» zurückgestuft (FRC/ACSI 2025)Nur zum heissen Garen
Don Felipe extra vergine, 1 lextra vergine; Spanien, abgefüllt in ItalienkeinesBraten, Backen, grosse Mengen
Filippo Berio extra vergine, 1 lextra vergine; Mischung aus der EUkeines (Markenbefund im Labor, siehe unten)Alltagsküche, bekannte Marke
Iliada Kalamata PDO extra vergine, 1 lextra vergine, geschützte Herkunft; Griechenland, Kalamata«sehr gut», Kassensturz/K-Tipp 2025Salat, Brot, kalt zum Schluss
Naturaplan Bio extra vergine, 500 mlextra vergine, bio; Italien, Apulienkeines für diese VarianteAlltagsküche mit Bio-Anspruch
Naturaplan Demeter Bio extra vergine, 500 mlextra vergine, bio und Demeter; Portugal, Alentejokeines für diese VarianteKalt, wenn die Anbauform zählt

Zwei der sechs Flaschen haben ein Urteil aus einem Schweizer Test, und die beiden Urteile stehen an den gegenüberliegenden Enden der Skala. Vier haben keines: eine Lücke der Prüfung, kein Mangel des Produkts – Schweizer Degustationen nehmen alle paar Jahre ein Dutzend Öle, nie ein ganzes Sortiment. Coop listet online zusätzlich ein Literöl unter der eigenen Hausmarke, dessen Linie nicht klar deklariert ist; es fehlt hier, weil sich die Zuordnung nicht sauber belegen liess.

Die Spitze: Iliada Kalamata mit «sehr gut»

Das best belegte Olivenöl im Coop-Regal ist keine Hausmarke, sondern ein griechisches Öl mit geschützter Herkunftsbezeichnung. Beim Test von «Kassensturz» und K-Tipp vom 2. September 2025 degustierte das Swiss Olive Oil Panel der ZHAW in Wädenswil – das einzige in der Schweiz für Olivenöl akkreditierte Panel – 13 der meistverkauften «extra vergine»-Öle, elf Prüferinnen und Prüfer pro Öl, ausgeschenkt in blauen Gläsern, damit die Farbe nicht mitbewertet wird. Zwei Öle erhielten die Gesamtnote «sehr gut»: ein Bio-Öl von Manor und das Iliada Kalamata PDO, gekauft bei Coop. Acht Öle kamen auf «gut», eines auf «genügend».

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Geprüft wurde die Literflasche, wie der Schweizer Importeur in seiner Mitteilung zum Test festhält – die 500-ml-Variante im gleichen Regal trägt dasselbe Etikett, aber nicht dieses Urteil. Und das Urteil gilt für eine Degustation, nicht für eine Laboranalyse. Zum Zeitpunkt unserer Preiserhebung lief für dieses Öl zudem eine Wochenaktion, die in der Karte nicht abgebildet ist: Bei Iliada lohnt der Blick in den Aktionsprospekt besonders.

Der Boden: Prix Garantie, von der Jury zurückgestuft

Am anderen Ende steht das günstigste Öl der Kette. Die Westschweizer Konsumentenorganisation FRC liess zehn als «extra vergine» verkaufte Öle chemisch und sensorisch prüfen; die italienischsprachige ACSI veröffentlichte den Vergleich im Juli 2025 unter dem Titel «Oli d'oliva non proprio speciali». Ergebnis: Zwei der günstigsten Öle der Auswahl wurden auf die zweite Güteklasse «vergine» zurückgestuft – das Prix Garantie von Coop und das Billigöl von Aldi. Der Grund waren sensorische Fehler, die in der höchsten Klasse nicht vorkommen dürfen; chemisch war das Coop-Öl unauffällig.

Das ist kein Gesundheitsbefund, sondern ein Qualitätsbefund. «Extra vergine» muss sensorisch fehlerfrei sein, «vergine» darf Fehlernoten tragen – muffig, stichig, ranzig. Wie diese Noten schmecken und wie man sie selbst erkennt, steht in Olivenöl-Fehler erkennen. Pikant ist der Vergleich mit der Konkurrenz: Laut K-Tipp verkaufen Aldi, Coop, Lidl und Migros ihr günstigstes Olivenöl zum exakt gleichen Preis, doch die Migros hat ihr M-Budget-Öl selbst auf «vergine» heruntergestuft, weil die höhere Stufe «herausfordernd» sei. Coop deklariert sein Billigöl weiterhin als «extra vergine» – die Klasse, die das Panel ihm nicht zugestand.

Praktisch heisst das: Für Pfanne, Ofen und Schmortopf ist es der tiefste Literpreis im Sortiment, und beim Erhitzen fällt eine Fehlernote ohnehin weniger auf. Über den Salat oder aufs Brot gehört eine andere Flasche.

Die Stufe dazwischen: Naturaplan

Die Bio-Linie von Coop ist der interessanteste Teil des Sortiments, weil sie das liefert, was auf den Billigetiketten fehlt: ein Anbaugebiet. Das Standard-Öl nennt Apulien, die Demeter-Variante das portugiesische Alentejo, und Coop führt dieselbe Linie online zusätzlich als IGP Sicilia, IGP Lakonia sowie als Bio-Öl aus Kreta und aus Spanien. Alle in der kleinen Flasche – man bezahlt pro Liter deutlich mehr als für die Markenliter im gleichen Regal.

Zwei Befunde sprechen für diese Stufe, und beide gelten für die Linie, nicht für die einzelne Flasche. Im FRC-Vergleich von 2025 gehörte ein Naturaplan-Öl zu den drei von zehn Ölen, die gut abschnitten und sich vom Feld abhoben; welche Variante der Linie geprüft wurde, lässt sich der frei zugänglichen Zusammenfassung nicht entnehmen. Und im Labortest von Saldo aus dem Jahr 2026 waren die Bio-Öle von Coop, Aldi und Migros sowie ein Demeter-Öl aus Portugal am wenigsten mit unerwünschten Stoffen belastet; die vollständige Rangliste steht hinter einer Bezahlschranke, weshalb hier offenbleibt, ob das Demeter-Öl aus dem Alentejo genau dieses war. Kein Urteil also, das man einer dieser zwei Flaschen anheften darf – aber ein Muster, das in dieselbe Richtung zeigt. Bio hilft gegen Rückstände; gegen Geschmacksfehler hilft es nicht automatisch.

Bio
Coop

Naturaplan Bio Olivenöl extra vergine, 500 ml

Italien, Apulien · Bio

CHF 11.950.5 L · CHF 23.90 pro Liter

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Bio
Coop

Naturaplan Demeter Bio Olivenöl extra vergine, 500 ml

Portugal, Alentejo · Bio

CHF 12.950.5 L · CHF 25.90 pro Liter

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Die Markenöle: Filippo Berio und Don Felipe

Filippo Berio ist die bekannteste Marke im Coop-Regal und die mit der unangenehmsten Aktenlage. Deklariert ist eine «Mischung von Olivenölen aus der Europäischen Union», also kein Herkunftsland. Ein aktuelles Schweizer Degustationsurteil für diese Flasche gibt es nicht; im Labortest von Saldo 2026 lagen Filippo Berio, Bertolli und Monini dagegen am Schluss der Rangliste, weil sie am stärksten mit unerwünschten Stoffen belastet waren. Welche Charge dort geprüft wurde, ist nicht frei zugänglich – mehr als «die Marke lag hinten» lässt sich daraus nicht ableiten. Wer bei der vertrauten Marke bleibt, zahlt pro Liter mehr als für das besser belegte Iliada.

Don Felipe ist das günstigste echte «extra vergine» des Sortiments und als einziges Billigöl mit Produktionsland deklariert: Spanien, abgefüllt in Italien. Ein Testurteil fehlt, also ist es eine Preisentscheidung und keine geprüfte – aber eine mit mehr Information auf dem Etikett als die EU-Mischungen daneben. Für Braten, Backen und alles, was in Mengen ins Essen geht, ist es die vernünftige Flasche.

Coop

Filippo Berio Olivenöl extra vergine, 1 l

EU-Mischung

CHF 15.951 L · CHF 15.95 pro Liter

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Coop

Don Felipe Olivenöl extra vergine, 1 l

Spanien, abgefüllt in Italien

CHF 12.501 L · CHF 12.50 pro Liter

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Was der Vergleich für den Einkauf heisst

Das Coop-Sortiment belegt die Thesen dieses Sites an einer einzigen Kette. Erstens: Das billigste Öl ist nicht das, das sich rechnet – das Prix Garantie kostet pro Liter am wenigsten und hat die Güteklasse verloren, mit der es beworben wird. Zweitens: Das teuerste Öl ist nicht das beste – die beiden Naturaplan-Flaschen liegen pro Liter über allem anderen im Regal und haben kein eigenes Degustationsurteil, während das einzige «sehr gut» der Kette preislich im Mittelfeld steht.

  1. Salat, Brot, Gemüse zum Schluss: Iliada Kalamata PDO im Liter. Es ist die einzige Flasche der Kette mit einem «sehr gut» aus dem akkreditierten Schweizer Panel.
  2. Alltagsküche mit Bio-Anspruch: Naturaplan Bio, mit deklariertem Anbaugebiet und dem Rückstandsbefund der Bio-Linien im Rücken.
  3. Braten, Schmoren, grosse Mengen: Don Felipe im Liter – echtes «extra vergine» zum tiefen Preis, mit deklariertem Produktionsland.
  4. Nur Hitze, Hauptsache günstig: Prix Garantie. Aber mit dem Wissen, dass die Jury es als «vergine» einstufte, und ohne es für den Salat zu verwenden.

Häufige Fragen

Welches Olivenöl soll ich bei Coop kaufen?

Für den kalten Einsatz das Iliada Kalamata PDO in der Literflasche: Es erhielt bei der Degustation von «Kassensturz» und K-Tipp vom 2. September 2025 als eines von nur zwei Ölen die Gesamtnote «sehr gut». Für die Alltagsküche mit Bio-Anspruch das Naturaplan Bio mit deklariertem Anbaugebiet. Für Braten und grosse Mengen das Don Felipe im Liter. Vom Prix Garantie ist abzusehen, wenn das Öl kalt auf den Teller kommt.

Ist das Prix-Garantie-Olivenöl von Coop wirklich «extra vergine»?

Auf dem Etikett ja, im Panel nicht. Im Vergleich der FRC, den die ACSI im Juli 2025 veröffentlichte, wurde es wegen sensorischer Fehler auf die zweite Güteklasse «vergine» zurückgestuft; chemisch war es unauffällig. Coop deklariert es weiterhin als «extra vergine» – anders als die Migros, die ihr gleich teures Billigöl selbst auf «vergine» heruntergestuft hat. Für heisses Garen ist es brauchbar, für den Salat nicht.

Lohnt sich Naturaplan gegenüber dem Markenöl?

Wenn Herkunft und Rückstände die Kriterien sind, ja. Naturaplan nennt das Anbaugebiet – Apulien, Alentejo, Sizilien, Lakonien, Kreta oder Spanien, je nach Variante –, während Filippo Berio nur eine EU-Mischung deklariert. Im Saldo-Labortest 2026 waren die Bio-Öle von Coop, Aldi und Migros am wenigsten belastet, Filippo Berio gehörte zu den am stärksten belasteten. Ein eigenes Degustationsurteil hat aber keine der beiden Naturaplan-Flaschen, und pro Liter sind sie die teuersten im Sortiment.

Was bedeutet «PDO» auf der Iliada-Flasche?

PDO ist die englische Abkürzung für die geschützte Herkunftsbezeichnung – dasselbe, was auf italienischen Etiketten DOP und auf deutschen g.U. heisst. Sie bindet das Öl an ein definiertes Anbaugebiet, hier Kalamata in Griechenland, und an ein kontrolliertes Verfahren. Über den Geschmack sagt sie nichts: Eine geschützte Herkunft kann sensorisch fehlerhaft sein. Bei dieser Flasche kommen beide Belege zusammen, die Herkunft und das Degustationsurteil, und genau das ist im Supermarktregal die Ausnahme.

Coop oder Migros – wo kauft man besser Olivenöl?

Beide Ketten haben eine belegte Spitze und ein problematisches Billigöl, nur anders verteilt. Bei Coop hat die Spitze ein Schweizer Degustationsurteil (Iliada, «sehr gut» 2025) und das Billigöl ein Problem mit der Güteklasse, die es trotzdem trägt. Bei der Migros hat die beste belegte Flasche ein deutsches Testurteil, dafür ist das günstigste Öl offen als «vergine» deklariert. Der Vergleich Flasche für Flasche steht im Migros-Sortiment im Test-Check.

Quellen